Tierklappen-Geschichte: Kitten ohne Katzenmama

Wie schon so oft hat uns irgend jemand über Nacht einen ganzen Wurf Kitten in die Tierklappe gelegt. Gott sei Dank waren die Temperaturen angenehm, aber keine Mama weit und breit.

Es waren 5 scheinbar gesunde und auch nicht abgemagerte Flauschkugeln, nicht älter als 2-3 Wochen und brauchten alle 2-3 Stunden ein Fläschchen. Meine Kollegin und ich haben uns entschlossen, die Tiere aufzuteilen. Sie nahm 3 und ich 2 dieser entzückenden Rasselbande.

Nach ein paar Tagen kam noch ein Flaschenkind ohne Mama – wie mir versichert wurde tauchte sie auch nach einem Tag nicht auf – dazu, Es war eine Schildpattkatze, etwa 2 Wochen älter und hatte riesigen Hunger. Sie hatte eine leichte Augenentzündung, war sonst aber gesund und wohlgenährt.

Nach ca. 1 Woche, alle 2 – 3 Stunden Fläschchen geben und ausmassieren, schien alles normal. Die Schildpatt und das grau getigerte Weibchen tranken normal, nur der graue Tigerkater hatte nicht viel getrunken, schien aber ansonsten fit. Er trank auch beim nächsten füttern nicht viel, war sehr ruhig. Ich fuhr sofort mit ihm zum Tierarzt, wo er gleich behandelt wurde. 2 Tage haben wir gekämpft, aber diese kleine Seele wollte leider nicht auf dieser Welt bleiben und ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Die zwei Mädels, ich habe die Schildpatt Tammy und die grau getigerte Ratz Fatz genannt, haben sich dafür prächtig entwickelt und waren kerngesund.

Nach 10 Wochen kam dann der Moment, vor dem sich jede Pflegemami fürchtet und zugleich freut! Sie durften gemeinsam in ein neues Zuhause ziehen, wo sie ein Haus und einen Garten haben und einen älteren Herrn, der sie sofort ins Herz geschlossen hat und mir immer wieder mal Fotos von den zwei Rackern schickt. Sie sind voll Energie, hängen total aneinander und sind das beste Beispiel, wieso man Kitten immer nur zu zweit oder zu einer vorhandenen Katze nehmen sollte. Hunde, Menschen oder andere Tiere können leider kein Ersatz für einen Artgenossen sein. Auch die Geschwister von Ratz Fatz wurden erfolgreich vermittelt.

Wir wünschen unseren Pflegebabys alles Gute dieser Welt und ein schönes, langes, gesundes und spannendes Leben!

K.M.